Umstellung auf das Stallmanagement nach Academia Liberti - Falldokumentation Nina

Im Stallmanagement nach Academia Liberti geht es im Grunde darum, dass wir Pferdemenschen unseren Schützlingen, im Rahmen unserer individuellen Möglichkeiten, auf (in Deutschland) ganz unübliche Weise, ein möglichst natürliches, freies, selbstbestimmtes und gesundes Leben ermöglichen wollen und dabei vor allem UNSERE Verantwortung ihnen gegenüber aktiv selbst wahrnehmen und nicht auf Tierärzte, Huf-Fachleute, Futtermittelhersteller, Trainer und diverse Therapeuten abwälzen. 

Denn es kristallisiert für mich heraus, dass der Industriezweig Pferd (sowie eigentlich alle anderen auch) wohl am besten funktioniert, wenn man sich die Kunden dumm und bedürftig hält. Denn Verkaufen lässt sich super toll, wenn man einen stetigen und ständigen Bedarf kreiert und diesen Zustand dauerhaft erhalten lässt sich durch das Streuen von Angst vor mysteriösen Krankheitsbildern und das geziehte Denunzieren von anders Denkenden, die mit ihren kontroversen Theorien den gesamten Industriezweig zum Wanken bringen könnten.

Es geht einfach darum, dass wir Pferdemenschen stets und ständig alles hinterfragen, was uns so vorgesetzt und aufgetischt wird von allen Seiten. Wir informieren uns, recherchieren in alle Richtungen, lernen selbst was wir lernen können, um das Leben unserer Pferde nicht mehr so "nackt" den vermeidlichen Profis und Fachleuten überlassen müssen, die am Ende des Tages nur an bedürftigen Pferden verdienen.

 Jedenfalls habe ich Anfang 2018, nach ca 10 Jahren konventionellen Umgangsformen und allgemein akzeptierten und praktizierten Trainingsarten beschlossen, dass sich in diesen Punkten grundlegend etwas ändern muss für mein Pferd. Auf der Suche nach Unterstützung bei der Umorientierung  bzgl. meiner Umgangsformen bin ich sehr schnell auf Maksida Vogt und die Community der Academia Liberti gestoßen, mit deren Werten und Ansichten ich mich sehr gut identifizieren kann und allgemein deutlich wohler fühle, als mit dem Meisten vorher. Seit April 2018 wird Nina nicht mehr geritten (bis auf eine kurze Ausnahme zur Prüfung meiner neuen Einstellung) und anderweitig trainiert. Wir waren zu Beginn auch einige Monate nicht mal mehr spazieren. In der Zeit, die ich nun täglich hatte, habe ich viel bei Nina im Offenstall gesessen, ohne etwas von ihr zu verlangen und sie einfach nur beobachtet. Stundenlang, jeden Tag, über Wochen, über Monate. Ich habe in dieser Zeit auch viel zu meinen 1000 neuen Gedanken und Fragen recherchiert, nachgelesen, Videos angeschaut und in Foren und Communities genervt. So ging es auch ziemlich sofort mit der ganzen Fütterungsgeschichte los und der Erkenntnis, dass die landläufig praktizierte und empfohlene Fütterung von Hauspferden irgendwie so nicht ganz rund und logisch ist.

Das Tier passt sich der Natur an,
der Mensch passt die Natur sich an.

Paul Mommertz

In AL-Stallmanagement sorgen die Pferdemenschen ganzheitlich für möglichst gesunde Lebensumstände ihrer Pferde, physisch wie psychisch. Dafür müssen wir ihnen das Ausleben ihrer naturgegebenen Grundbedürfnisse ermöglichen, so gut wir eben in den individuellen Umständen können. Dazu zählt in jedem Falle und ohne Einschränkungen ein Leben rund um die Uhr und durch alle Jahreszeiten hinweg im Herdenverband unter freiem Himmel in einem, zur stetigen Bewegung animierenden Offenstall, mit so viel Weidezugang wie nur eben möglich. Pferde brauchen täglich viele verschiedene, frische, lebendige Pflanzen in ihrem Speiseplan!

Das gesamte AL-Fütterungskonzept können nur sehr wenige zu 100% umsetzen, daher jeder so gut er eben kann. Aber grundsätzlich reichen wir unseren Pferden nur unverarbeitete Lebensmittel in ihrer natürlichsten Form, damit sie mit Hilfe ihrer intakten Essinstinkte ihren individuellen Bedarf immer selbst bestimmen können. Generell lernt man mit der Zeit seinem Pferd und dessen intakten Essinstinkten immer mehr zu vertrauen, darum dürfen unsere Pferde ihre Nahrung grundsätzlich auch aus der Natur selbstständig und frei wählen, auch in Bezug auf sog. Giftpflanzen.

Konkret beinhaltet das Fütterungskonzept:

- ganzjährig uneingeschränkter Zugang zu Weideflächen mit hoher Artenvielfalt der Pflanzenwelt, von Kräutern und Unkräutern, Ober- und Untergräsern, Büschen und Bäumen 

- ganzjährig Wanderungen in der freien Natur zur eigenständigen Suche von Nahrung, die die Pferde dringend benötigen, auf den Weiden aber nicht finden

- Heu zur ständigen freien Verfügung ohne Netze oder ähnliches, am Besten mehrere Sorten Heu, im Winter auch Luzerneheu (NIEMALS siliertes Futter, wie Heulage!)

- tägliche Portion Hafer, Hanfsamen, Sonnenblumenkerne, wobei das Pferd die benötigten Mengen auch selbst bestimmen kann

- alle Möglichen Kräuter frisch und getrocknet (Einzeln angeboten, keine Mischungen)

- Saftfutter, also alles an Obst und Gemüse vor allem ab dem Spätsommer, Herbst, Winter. 

- Mineralbar nach AL

Die einzelnen Punkte und warum wir dies und jenes so handhaben, erläutere ich ausführlich in mehreren Beiträgen in meinem PferdeLeben-Lexika.

Wir verzichten ebenso weitestgehend auf konventionelle Medikamente wie Schmerzmittel, Wurmkuren und Impfungen und nutzen stattdessen alternative Heilmethoden und Kräuter und setzen auf die natürliche Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Gesund kann ein Pferd auch nur dann bleiben, wenn all seine Organe ihre Aufgaben pflichtgemäß erfüllen können – und dazu gehören nun mal gerade auch die Hufe. Wenn verantwortliche Pferdebesitzer nun den hohen Stellenwert einer korrekten Barhufbearbeitung, also das Herstellen bzw. das stetige Erhalten aller naturgemäßer Funktionalitäten der Hufe nicht erfassen können oder wollen, oder gar auf einen dauerhaften Hufschutz nicht verzichten wollen, dann ist es schlichtweg nicht möglich, solch ein Pferd langfristig gesund zu erhalten.

Die Pferdemenschen, die das AL-Stallmanagement für sich gewählt haben, pflegen in der Regel auch eine ganz andere Art von Umgang mit ihren Pferden. Es wird sich viel mehr um gegenseitige Achtsamkeit und Gleichberechtigung aller Beteiligten bemüht, bei Mensch wie bei Tier. In diesem Zuge haben sich viele AL-Pferdemenschen auch von der üblichen Nutzung der Pferde als Reit- und Zugtiere distanziert oder reiten nur noch ganz selten mal und dann auch auf ganz andere Weise, so dass das Pferd ein wirkliches Mitspracherecht hat bei dem, was mit ihm geschieht. 

Hier möchte ich nun gerne Ninas körperliche Entwicklung, genauer ihren Heilungsverlauf, dokumentieren, der durch die Umstellung auf das AL-Stallmanagement, vor allem aber durch das eben sehr andersartige Fütterungskonzept, ausgelöst wurde. An dieser Stelle fragen sich bestimmt viele Leser, was hat die Nina denn für eine Krankheit? Es sind die Folgen der jahrelangen, der Pferdenatur absolut wiedernatürlichen Lebensweise, die ihr durch uns Menschen aufgezwungen wurde. Das geht bei unzähligen prophylaktischen Impfungen und Wurmkuren los über einige Male Kolik-Medikamente, weiter über einerseits Mangelernährung und andererseits Aufnahme von absolut ungeeigneten Futtermitteln durch menschliche Besserwisserei und Kontrollzwang. Dazu kommt die intensive Nutzung als Reittier inkl. Hufbeschlag und einer zuletzt auch sehr schlechten Barhuf-Situation, mit nun allen dadurch entstandenen Schädigungen diverser Muskeln, Gelenke und Knochen. Grob alles genau das Gleiche, womit jedes moderne Freizeit- und Sportpferd im Laufe seines Lebens kämpfen muss. Besagte Folgen sind all die mysteriösen  und leidvollen Zivilisationskrankheiten wie Ekzeme, Mauke, Hufrehe, EMS, Cushing und was es nicht noch so alles gibt.

Führt man nun, wie in unserem Falle, nach 24 Jahren konventionellem, entbehrungsreichem Pferdeleben, dem Organismus dauerhaft jede Menge vieler, natürlichster Nährstoffe zu, dann geht da erstmal richtig was los im Körper. Der Stoffwechsel schlägt quasi Purzelbäume, das ganze gute Zeug wird für zukünftige schlechte Zeiten eingelagert, leere Nährstoffdepos werden langsam wieder aufgefüllt und mit der Zeit fängt der Körper auch an wirklich richtig zu entgiften. Alles in allem führt eben dazu, dass das Pferd in dieser Zeit der Heilungsphase des Organismus mehr oder weniger fett ist. Doch die wunderbare Natur hat, gerade den Pferden, wahnsinnige Selbstheilungskräfte geschenkt. Je nach Schwere der Vorschädigungen und wie umfangreich man dieses Stallmanagement für sein Pferd umsetzen kann, dauert es doch mehrere Jahre, bis der Organismus, also im Grunde der Stoffwechsel, sich vollständig regeneriert hat.

Aber wenn man diese Zeit als Pferdehalter trotz aller Zweifel und Kritik an der Seite seines Pferdekumpels durchsteht, dann wird das Tier bald wieder dem natürlichen Gewichtszyklus folgen, also für den Winter deutlich an Gewicht zulegen und im Frühjahr ohne unser Zutun wieder abnehmen, und das bei vollem Futterangebot. Viele, dem vorher kranken Stoffwechsel zugeschriebenen Krankheiten, werden sich im Zuge der Heilung auch erledigen und das Pferd wird sich auch psychisch in ungeahnter Weise zum positiven verändern.

Doku-Reihe 1 - ganzer Körper von der Seite
November 2019
Heu und grüne Weide adlib.
Täglich ca 1kg Hafer und einige wilde Äpfel. Wir gehen wie immer spazieren und Kräutern. Sie läuft weiter gut über alle Böden.
Oktober 2019
Heu und grüne Weide adlib.
Täglich ca 1kg Hafer und einige wilde Äpfel. Wir gehen wie immer spazieren und Kräutern. Sie läuft weiter gut über alle Böden.
September 2019
Heu und grüne Weide adlib.
Täglich ca 1kg Hafer und einige wilde Äpfel. Wir gehen wie immer spazieren und Kräutern. Sie läuft weiter gut über alle Böden.
August 2019
Unbegrenzt Zugang zu Heu, wird viel gegessen. 24h Weide offen, grasen ganztägig, da nicht mehr so heiß.
Mineralbar ungenutzt, Täglich ca 2-3kg Hafer. Hanfsamen sind an und zu gefragt.
täglich wilde Äpfel ad-lib, wobei Bedarf stetig sinkt.
Wir gehen wieder häufiger und länger zum Wandern und Kräutern raus. Nina läuft gut über alle Böden.
Juli 2019
Unbegrenzt Zugang zu Heu, wird auch viel gegessen. 24h Weide offen, meist nur Nachts grasen.
Mineralbar nicht mehr in Nutzung durch Nina, Tägl.2kg Hafer. Es gibt es erste wilde Äpfel (unreif), werden sehr gerne gegessen. Häufige Spaziergänge, Bäume, Äste, Blätter, Waldboden sind sehr gefragt. Läuft gut über alle Böden.
Auffällig ist seit Mai ihre Fellfarbe: nicht mehr knallig orange, eher matt und grau, viele Punkte. Bedeutet dass der Stoffwechsel arbeitet, Giftstoffe ausleitet und heilt.
Juni 2019
Unbegrenzt Zugang zu Heu, wird viel gegessen. 24h Weide offen, gegen nur Nachts grasen.
Mineralbar wird komplett genutzt, Täglich ca 1-1,5kg Hafer.
Keine Spaziergänge, da es einfach zu heiß ist.
Mitte Juni hatte es einmal geregnet und es hat sich eine dicke Schicht Sohle von allen 4 Hufen gelöst. Die Folge der Überlastung durch die Schonhaltung und zu der wenigen Bewegung. Neue Sohle sehr dünn. Nina läuft aber besser als vorher. Germanium Kolloid als Unterstützung gegeben.
Mai 2019
Nina ist nun 25 Jahre alt.
Unbegrenzt Zugang zu Heu, aber Bedarf=0.
24h saftige Weide offen.
Mineralbar besonders Tonerde sehr gefragt.
Täglich ca 1-1,5 Kilo Hafer. Kein Bedarf an Hanfsamen, Sonnenblumenkernen, Saftfutter, Kräutern.

Am 18. hat Nina einen Tritt oder Biss vors rechte Knie abbekommen. Zudem begann ab Mitte Mai die erste richtige Hitzewelle (30-38 Grad) 2019, die sich bis Mitte Juli gehalten hat.
Beides zusammen hatte zur Folge, dass Nina viel zu viel (vorhand-lastig) rumstand.
April 2019
Unbegrenzt Zugang zu Heu. Um Ostern saftige Weide 24h offen.
Mit Weideöffnung erstmals Nutzung der Steine und Erden der Mineralbar; Heubedarf sinkt auf 0.
Täglich ca 1-1,5 Kilo Hafer. Kein Bedarf an Hanfsamen, Sonnenblumenkernen, Saftfutter und Kräutern.
März 2019
Unbegrenzt Zugang zu Heu und 24h-Winterweide.
Täglich ca 1-1,5 Kilo Hafer, 500 Gramm Hanfsamen und 500 Gramm Sonnenblumenkerne.
Täglich einige Äpfel, Bananen und Möhren. Sonstige Gemüse werden meist verschmäht.
Tägliche Auswahl aus ca 20-25 verschiedenen Kräutern, wobei immer weniger Sorten genommen werden. Viel Spitzwegerich.
Februar 2019
Unbegrenzt Zugang zu Heu und 24h-Winterweide.
Täglich ca 1,5-2 Kilo Hafer, 500 Gramm Hanfsamen und 500 Gramm Sonnenblumenkerne.
Täglich einige Äpfel, Bananen und Möhren. Sonstige Gemüse werden meist verschmäht.
Tägliche Auswahl aus ca 20-25 verschiedenen Kräutern.
Januar 2019
Unbegrenzt Zugang zu Heu und 24h-Winterweide.
Täglich ca 1,5-2 Kilo Hafer, 500 Gramm Hanfsamen und 500 Gramm Sonnenblumenkerne.
Täglich einige Äpfel, Bananen und Möhren. Sonstige Gemüse werden meist verschmäht.
Einführung der Kräuter-Fütterung. Tägliche Auswahl aus ca 20-25 verschiedenen Kräutern.
Dezember 2018
Unbegrenzt Zugang zu Heu und 24h-Winterweide.
Täglich ca 1 Kilo Hafer, 500 Gramm Hanfsamen und 500 Gramm Sonnenblumenkerne.
Täglich einige Äpfel, Bananen und Möhren. Sonstige Gemüse werden meist verschmäht.
November 2018
Stallwechsel.
Unbegrenzt Zugang zu Heu und 24h-Winterweide.
Täglich ca 1 Kilo Hafer, 500 Gramm Hanfsamen und 500 Gramm Sonnenblumenkerne.
Täglich einige Äpfel, Bananen und Möhren. Sonstige Gemüse werden meist verschmäht.
Oktober 2018
Unbegrenzt Zugang zu Heu. Wegen des heißen Sommers aber nur magere 24h-Weide.
Hafer, Hanfsamen und Sonnenblumenkerne zu je ca 500 Gramm täglich und ab und zu verschiedene Obst und Gemüse probiert, die sie aber meist verschmäht hat.
September 2018
Unbegrenzt Zugang zu Heu. Wegen des heißen Sommers aber nur magere 24h-Weide.
Hafer, Hanfsamen und Sonnenblumenkerne zu je ca 200-300 Gramm täglich und ab und zu verschiedene Obst und Gemüse probiert, die sie aber meist verschmäht hat.
August 2018
Unbegrenzt Zugang zu Heu. Wegen des heißen Sommers aber nur magere 24h-Weide.
Hafer ca 200-300 Gramm täglich und ab und zu verschiedene Obst und Gemüse probiert, die sie aber meist verschmäht hat.
Juli 2018
Stallwechsel.
Kleiner Offenstall mit Paddocktrail. Unbegrenzt Zugang zu Heu. Wegen des heißen Sommers aber nur magere 24h-Weide.
Hafer ca 200-300 Gramm täglich und ab und zu verschiedene Obst und Gemüse probiert, die sie aber meist verschmäht hat.
Frisst viele Algen aus der Mineralbar, sonst nix.
Umstellung der Hufbearbeitung nach Strasser
Mai 2018
Nina ist nun 24 Jahre alt.
Sie darf 6 h täglich weiden, zusätzlich begrenzt Heu und etwas Hafer. Herantasten an AL-Fütterung inkl. Mineralbar beginnt.
April 2018
Im Futter stark begrenzt. Beginn des Stundenweise an der Hand anweiden. begrenzt Heu, etwas Hafer, MiFu, Öl.
Aber ab nun UNGERITTEN!
Dezember 2017
TIMELINE FORTFÜHREN
Doku-Reihe 2 - Frontal, Brust, Schulter, Bauch
November 2019
Oktober 2019
September 2019
August 2019
Juli 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
Februar 2019
Januar 2019
Dezember 2018
November 2018
Oktober 2018
September 2018
August 2018
Juni 2018
April 2018
Winter 2017/2018
Spätsommer 2017
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Doku-Reihe 3 - Hinterhand
Oktober 2019
September 2019
August 2019
Juli 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
Februar 2019
Januar 2019
Oktober 2018
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